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Großer Landesfestumzug mit Blinden-Reportage und Rollstuhl-Bereich

Großer Landesfestumzug mit Blinden-Reportage und Rollstuhl-Bereich

Beim großen Landesfestumzug in Oberkirch wollten wir dafür sorgen, dass alle Menschen dabei sein können.

Deshalb haben wir gemeinsam mit der Stadt Oberkirch einen barrierefreien Bereich eingerichtet.

Der Bereich war in der Stadtgartenstraße.

Dort gab es einen Platz für Menschen im Rollstuhl.
Auch ältere Menschen mit Schwierigkeiten beim Gehen konnten dort den Umzug anschauen.

Jede Person durfte eine Begleitperson mitbringen.

So konnten die Besucher den Umzug ohne Gedränge und mit guter Sicht erleben.

Ein Bereich für blinde Menschen

Direkt neben dem Rollstuhl-Bereich gab es einen Bereich für blinde Menschen und Menschen mit Sehbehinderung.

Eugen Hildenbrand aus Oberkirch ist selbst blind.

Er hat eine Augenkrankheit. Sie heißt Retinitis Pigmentosa.

Seit seinem 40. Lebensjahr wurde seine Sehkraft immer schlechter. Heute kann Eugen nicht mehr sehen.

Eugen ist Mitglied in unserem Verein.

Er hatte uns von einem Ausflug zur Konstanzer Fasent im Jahr 2025 erzählt.

Dort konnte er den Fasent-Umzug mit einer Blinden-Reportage erleben.

Bei einer Blinden-Reportage beschreibt eine Person genau, was gerade passiert und wie etwas aussieht.

Das fanden wir eine tolle Idee.

Deshalb haben wir uns über diese Möglichkeit informiert. Dabei haben wir die Initiative „Fastnacht für alle“ der Konstanzer Fastnachtsvereine gefunden.

Nach einigen E-Mails und einem Online-Treffen wurde die Idee für den Landesfestumzug in Oberkirch geplant.

Blinden-Reporter beim Umzug

Mathias Trempa und seine Partnerin Carina Helm aus Konstanz erklärten sich sofort bereit zu helfen.

Beide sind erfahrene Blinden-Reporter.

Sie kamen extra für das Festwochenende nach Oberkirch.

Gemeinsam mit Eugen hatten sich fünf weitere Menschen mit Sehbehinderung für die Blinden-Reportage angemeldet.

Die Blinden-Reporter arbeiten immer zu zweit.

Das ist wichtig, weil sie sich sehr stark konzentrieren müssen.

Sie beschreiben ohne Pause, was gerade zu sehen ist.

Nach einiger Zeit wechseln die Reporter.

Was wurde beschrieben?

Die Reporter beschrieben viele Dinge sehr genau.

Zum Beispiel:

  • die Farben der Kleidung
  • die Formen der Kleidung
  • die Stoffe und Materialien
  • Hosen, Jacken und Röcke
  • Hüte und Kopfschmuck
  • Stickereien auf Tüchern
  • Glasperlen am Kopfschmuck
  • die Größe und das Aussehen der Festwagen
  • Gegenstände, die beim Umzug mitgeführt wurden

Auch Bewegungen und Handlungen wurden beschrieben.

Zum Beispiel wurde erklärt, was die Menschen bei Tänzen oder bei handwerklichen Vorführungen machten.

So konnten sich blinde Menschen besser vorstellen, was beim Umzug passiert.

Zusätzliche Informationen zu Trachten und Bräuchen

Johannes Frank vom Landesverband der Heimat- und Trachtenverbände Baden-Württemberg war ebenfalls dabei.

Er erklärte zusätzlich viel über die Geschichte und Bedeutung der Trachten und Bräuche.

Zum Beispiel erklärte er:

  • wie die „Rosen“ auf einem Rosenhut gemacht werden
  • welche Bedeutung verschiedene Farben haben
  • was die Farbe von Tüten, Schürzen und Jacken bedeutet
  • woran man erkennen kann, aus welcher sozialen Gruppe eine Tracht stammt

So gab es neben der Beschreibung auch viele interessante Informationen.

Dinge zum Anfassen

Blinde Menschen können sich viele Dinge auch durch Tasten vorstellen.

Deshalb konnten einige Gegenstände vorsichtig angefasst werden.

Eine Frau trug eine wunderschöne Tracht mit einem großen Hut und roten Bollen.

Auf die Bitte von Manuel Wiegert nahm sie ihren Hut ab.

Eugen und die anderen Besucher durften den Hut vorsichtig ertasten.

Auch ein großes Holzrad von einem historischen Heuwagen konnte angefasst werden.

Das war während einer Vorführung, bei der das Rad gewechselt wurde.

Eine tolle Erfahrung

Eugen war von der Live-Reportage sehr begeistert.

Auch die anderen Menschen im Blinden-Bereich fanden die Aktion toll.

Sie haben sich sehr darüber gefreut, dass sie den Umzug mit allen Sinnen erleben und dabei sein konnten.

Für uns war das ein schönes Beispiel für Teilhabe und Inklusion.

Blinden-Reportage auch bei der Fasent

Wir möchten die Blinden-Reportage auch in Zukunft anbieten.

Zum Beispiel bei Fasent-Umzügen in Oberkirch und im Renchtal.

Deshalb wird Manuel Wiegert bald an einem halbtägigen Workshop teilnehmen.

Dort lernt er, wie man eine Blinden-Reportage macht.

Du kannst dir vorstellen, ein- oder zweimal im Jahr als Blinden-Reporter bei einem Fasent-Umzug im Renchtal zu helfen?

Dann melde dich gerne bei uns.

Du kannst gemeinsam mit Manuel am Workshop teilnehmen.

So können in Zukunft noch mehr Menschen die Fasent-Umzüge erleben und dabei sein.

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